OpenMoko versus iPhone

Hier geht es um all das was in kein anderes Forum passt.

OpenMoko versus iPhone

Beitragvon M&M am Fr 23. Jan 2009, 12:17

Hallo, ich recherchiere gerade mögliche Entwicklungsumgebungen für Smartphones für Hobbyisten wie mich.
Prinzipiell finde ich von der Hardware und vom Design her das Apple iPhone natürlich unschlagbar.
Habe mir vor ein paar Wochen sogar die aktuelle Version des offiziellen Software Development Kit (SDK) heruntergeladen.
Dann habe ich aber gemerkt, dass man ohne (kostenpflichtige) Lizenz von Apple seine eigenen Progrämmchen noch nicht mal auf dem eigenen Telefon richtig dauerhaft laufen lassen kann, nur im Emulator auf dem Mac.

Prinzipiell finde ich die Open Source-Variante ohne Monopol und halblegales Hacking / Jailbreaking viel attraktiver, weswegen ich gespannt auf die neuen NEO-Modelle warte.

Könntet Ihr Freaks und Hacker mir vielleicht einen kurzen subjektiven Vergleich zwischen iPhone und OpenMoko bieten?
Gruss Martin
M&M
 
Beiträge: 1
Registriert: Fr 23. Jan 2009, 12:16

Re: OpenMoko versus iPhone

Beitragvon volker am Fr 23. Jan 2009, 12:19

Guten Tag auch, ich glaube da kann ich Dir mit einem ganz schnellen und groben Überblick helfen:
Während das iPhone aus Sicht der Software voll und ganz auf proprietären Entwicklungen von Apple basiert, also verändertem Mac OS X Kernel (Darwin / Mach / XNU) und GUI (Quartz / CocoaTouch), werden beim OpenMoko-System nur komplett freie Technologien aus dem Open Source Pool verwendet: das bedeutet einen Linux Kernel aus der 2.6.x Serie (inkl. diverser Patches), ein (abgespecktes) GNU Userland (ggfs. mit der BusyBox-Shell), Filesysteme wie Ext2/3 oder das für Flash Memory optimierte JFFS und CramFS sowie nicht zuletzt X11 und GTK für die Grafikausgabe.

Apple's Variante mag vielleicht auf den ersten Blick etwas schicker aussehen, aber auf die Dauer werden wohl doch die Industriestandards von Linux siegen.
Volker
volker
 
Beiträge: 1
Registriert: Fr 23. Jan 2009, 12:18

Re: OpenMoko versus iPhone

Beitragvon hochschule-ab am Fr 23. Jan 2009, 12:20

Hallo,
meine Meinung als (noch) iPhone-Besitzer ist die Folgende:

Das iPhone ist ganz nett, ok. Auf jeden Fall sprechen für mich dagegen (Vergleich mit dem freerunner):

- Das Bluetooth des iPhone ist hardwaremäßig kastriert. Will heißen: *kein* (!!) Datentransfer, man kann ausschließlich mit Bluetooth Headsets verbinden. Absolut lächerlich.
- Der Speicher ist fix (also 8GB bzw. 16GB, bald auch 3GB) und unflexibel. Daten nicht wirklich transportierbar oder anderweitig verwendbar, da kein SD-Slot. Folge: Immer alles über das dämliche iTunes synchronisieren und man kommt an Daten nicht wirklich dran.
- kein USB
- kein GPS
- Klingeltöne und SMS-Töne sind elend schwer zu individualisieren (wenn sie mal drauf sind, ist es einfach...aber bis dahin...oh je.)
- kein PGP für die Emails möglich
- wenig individualisierbar (da nicht zugänglich. Öffnen geht nicht, Hülle nicht austauschbar etc.)
- Verbesserungen (Software) werden ausschließlich von Apple vorgenommen, man kann sich selbst nicht einbringen. Beispiel: Mein altes Handy hat mich automatisch an Geburtstage, die ich in den Kontakten eingetragen hatte, erinnert. Beim iPhone geht sowas nicht. Eintragen in den Kontakten geht. Erinnerung nicht, es sei denn, ich übertrage alles manuell

Es sind noch ein paar (unwichtigere) Dinge, die mich stören (auch wenn ich es nicht nutze: Das iPhone ist z.B. nicht MMS-fähig). Generell würde ich persönlich auf jeden Fall zum Freerunner tendieren!

Dass der Freerunner keine Kamera hat, stört mich wenig. Für Bilder gibt es Digicams, die nicht einmal zigarettenschachtelgroß sind. Wenn man schon allerlei Helferlein mit sich herumträgt, macht das auch nichts mehr aus. Davon abgesehen: Die Kamera des iPhone verwackelt viel, viel zu schnell, die Bilder sind dazu noch schlecht ausgeleuchtet und in Ermangelung eines Blitzes sieht man schon bei leichter Dämmerung sowieso nichts mehr auf den "Photos"...

VG
Marc
hochschule-ab
 
Beiträge: 5
Registriert: Fr 16. Jan 2009, 19:59

Re: OpenMoko versus iPhone

Beitragvon hochschule-ab am Fr 23. Jan 2009, 12:20

Sorry, wusste auf die Schnell nicht, wie ich meinen Beitrag editieren konnte...

Noch ein unschlagbarer Vorteil der Freerunner: Durch das opensource-konzept ist das Ding natürlich unendlich flexibler als ein iPhone...Ich überlege gerade, dass man das Teil bestimmt als FTP-Server benutzen könnte oder mit dem Emailclient auch mal vernünftig Anhänge verschicken kann...Lauter Kleinigkeiten, die man eben nur mit diesem Konzept bekommt (oder in 20 Jahren, wenn Apple mal das iPhone V5 rausbringt und endlich die Leute nicht mit nettem Design und einer - wenn auch revoluzionären - halbherzig umgesetzten Idee zum Narren hält )

VG
Marc
hochschule-ab
 
Beiträge: 5
Registriert: Fr 16. Jan 2009, 19:59

Re: OpenMoko versus iPhone

Beitragvon werner am Fr 23. Jan 2009, 12:21

Mein Vorredner hat es schon ganz grob beschrieben, ich möchte darauf noch etwas näher eingehen:
Aus moralischen und politischen Entscheidungen ergeben sich wie so oft in der Welt der freien und kommerziellen Software allerhand amüsante Konsequenzen:
Selbst wenn für das iPhone die oben genannten Beschränkungen für Entwickler nicht gelten würden, bräuchte man noch immer einen aktuellen Intel-Macintosh mit der neuesten Betriebssystemversion "Leopard".

Für Entwickler aus dem PC-Bereich würde das eine weitere Investion von mindestens 500 Euro für einen Mac Mini bedeuten.

Für OpenMoko hingegen kannst Du auf jedem beliebigen alten PC die Entwicklungsumgebung installieren, solange Du genug RAM und Plattenplatz hast.
Es muss noch nicht mal ein Intel oder AMD mit x86 Prozessor sein. Als routinierter Hacker dürfte Dir das Selberbauen von Cross-Compilern (GCC 3.x und 4.x für die ARM-Architektur) auch auf PowerPC- oder UltraSparc-Systemen nicht schwerfallen.

DAS ist echte Freiheit von Software!
werner
 
Beiträge: 2
Registriert: Mi 21. Jan 2009, 11:48


Zurück zu Allgemeines

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron